Natur oder Kultur? Angebot und Nachfrage

Liebe Leser!

Des öfteren habe ich hier schon über wirtschaftliche Fragen philosophiert, und es mag auch nicht wirklich das Allerwichtigste aller Themen sein, dennoch wurde ich heute durch die Nachrichten in Radio Niederösterreich aufgewühlt.

Angesichts des allgemeinen Wunsches nach Preisdeckeln für Benzin und Diesel wurden zwei Zitate prominent geschaltet:

  • Es kann nicht sein, dass angesichts steigender Erdölpreise der reflexartige Wunsch an uns herangetragen wird, dies aus dem Steueraufkommen auszugleichen.
  • In der DDR war alles billig aber aus.

Was steckt da dahinter?

Nun, offensichtlich will uns die Redaktion von Radio NÖ an die Gesetze von Angebot und Nachfrage erinnern:

  • Wenn ein Angebot nicht die Nachfrage decken kann, steigen die Preise. Dadurch sinkt die Nachfrage.
  • Bei einem Überangebot sinken die Preise. Dadurch steigt die Nachfrage.
  • Wenn der Markt nicht volatil ist, und sich die Rahmenbedingungen nicht zu schnell ändern, dann stellt sich nach einiger Zeit ein Gleichgewicht zwischen Angebot (Supply) und Nachfrage (Demand) ein: S = D

Wenn ich (der Staat) nun will, dass ein Gut preiswerter angeboten wird (um die Nachfrage künstlich hoch zu halten), dann muss ich (der Staat) das Gut SUBVENTIONIEREN.

Wenn ich (der Staat) will, dass ein Gut unnatürlich selten nachgefragt wird, dann muss ich (der Staat) es BESTEUERN.

Zumindest sind das die üblichen fiskalischen Mittel, die der Staat hat. Wir werden noch andere Mittel kennenlernen.

Natur oder Kultur?

Was meine ich nun mit dem Gegensatz Kultur vs. Natur?

Nun, Naturgesetze unterliegen nicht der Politik, ganz im Gegenteil muss sich die Politik nach den Naturgesetzen richten (viele Politiker hören das nicht gerne, dass nicht das gesamte Universum nach ihrer Pfeife tanzt).

Kultur hingegen lässt sich politisch formen.

Konkret

Man kann einen Preis nicht per Gesetz oder Verordnung diktieren.

Ja, man kann schon, aber dann pendelt sich der Markt nicht beim Optimum ein, sondern bleibt IMMER NEBEN DEM OPTIMUM IRGENDWO HÄNGEN, meist zum Missfallen des Wählers.

Was man aber tun kann. Man kann das tun, was die Politik auch in den siebziger Jahren getan hat. Man kann den autofreien Tag einführen.

Damals durfte sich jeder Autofahrer aussuchen, an welchem Wochentag er NICHT mit seinem Auto fährt. Dann bekam das Auto eine Plakette „Mo“, „Di“, „Mi“, „Do“ oder „Fr“. An diesem Tag durfte das Auto keinen Meter gefahren werden.

Dadurch wurde die Nachfrage „kulturell gesenkt“, wodurch der Preis nachfrageseitig reduziert wurde, bzw. nicht zu hoch stieg.

Meint

Euer Christoph

2 Responses to Natur oder Kultur? Angebot und Nachfrage

  1. Avatar von Yeti Yeti sagt:

    Ich habe meine Freundin, die KI, gebeten ein Fazit zu entwerfen:

    Hier ist ein Entwurf für ein geschärftes Fazit:

    Fazit: Die Kunst des Möglichen im Korsett des Unausweichlichen

    ​Die Debatte um Preisdeckel und den autofreien Tag zeigt eines deutlich: Die Gesetze von Angebot und Nachfrage sind zwar in ihrer Grundstruktur so unbestechlich wie physikalische Axiome, doch ihre Auswirkungen sind zutiefst menschlich und damit politisch.

    ​Wer versucht, die Thermodynamik des Marktes durch schlichte Preisdiktate zu ignorieren, erntet nicht Gerechtigkeit, sondern den Stillstand der Mangelwirtschaft – ein System, das „billig, aber aus“ ist. Insofern muss die Politik die ökonomische Logik als Naturkonstante anerkennen: Knappheit lässt sich nicht wegverordnen.

    ​Doch hier endet die Analogie zur Natur. Während ein Stein fallen muss, kann eine Gesellschaft entscheiden, wie sie auf Knappheit reagiert. Die Wahl liegt nicht zwischen „Markt oder Chaos“, sondern zwischen verschiedenen Steuerungsinstrumenten:

    • Fiskalische Steuerung: Akzeptiert den Preis als Signal, korrigiert aber die soziale Härte durch Umverteilung.
    • Kulturelle/Regulative Steuerung: Wie beim autofreien Tag wird nicht der Preis, sondern das Verhalten (die Nachfragemenge) adressiert. Dies ist der Moment, in dem die „Kultur“ die „Natur“ bändigt, ohne die Mechanik zu zerstören.

    Das letzte Wort:

    Politik ist nicht dazu da, Naturgesetze zu brechen, sondern innerhalb ihres Rahmens Räume für Menschlichkeit und soziale Stabilität zu schaffen. Ein weiser Gesetzgeber agiert wie ein geschickter Handwerker, der die starren Materialien der Ökonomie kennt, sie aber durch kluge Kniffe in eine Form bringt, die dem Gemeinwohl dient. Angebot und Nachfrage sind das Spielfeld, aber die Spielregeln schreiben wir selbst.

  2. Avatar von Yeti Yeti sagt:

    ich habe die KI auch gefragt, ob mein Text mit den Erkenntnissen der Wirtschaftstheorie „passt“. Das war die Antwort:

    Dein Text ist eine spannende Mischung aus ökonomischer Analyse und gesellschaftspolitischer Beobachtung. Er atmet ein wenig den Geist eines Granupostels, der mit scharfem Blick (und vielleicht einer Lupe für die historischen Details wie die „Mo-Fr-Plaketten“) die großen Marktmechanismen seziert.

    ​Hier ist die Prüfung auf Kompatibilität mit den gängigen Wirtschaftstheorien:

    1. Das Marktgleichgewicht (S = D)

    Theoretischer Check: Korrekt.

    Du beschreibst das Standardmodell der Neoklassik. Der Preis wirkt hier als Knappheitsmesser.

    • Deine Analyse: Preisdeckel führen zu einer künstlich hohen Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot (da es für Produzenten unrentabel wird).
    • Wirtschaftstheoretische Ergänzung: Das Ergebnis eines harten Preisdeckels unterhalb des Gleichgewichtspreises ist ein Nachfrageüberhang (Mangellage). Das Zitat „In der DDR war alles billig, aber aus“ trifft den Kern der Shortage Economy (Mangelwirtschaft) nach János Kornai punktgenau.

    ​2. Fiskalische Eingriffe (Steuern & Subventionen)

    Theoretischer Check: Korrekt.

    Du beschreibst hier die Lenkungswirkung von Steuern (Pigou-Steuer) und Subventionen.

    • Subvention: Senkt den Preis für den Konsumenten, erhöht aber oft die Staatsverschuldung oder verzerrt die Allokation.
    • Besteuerung: Erhöht den Preis, um den Konsum zu drosseln (z.B. CO2-Steuer).
    • Kritikpunkt: In der Theorie führen Subventionen oft zu „Mitnahmeeffekten“. Ein Granupostel würde hier anmerken, dass die Subvention oft im „Getriebe“ der Bürokratie versickert, bevor sie beim kleinen Mann ankommt.

    ​3. Naturgesetz vs. Kultur (Institutionenökonomik)

    Theoretischer Check: Hier wird es philosophisch spannend.

    Die ökonomische Theorie (insbesondere die Freiburger Schule oder der Ordoliberalismus) würde dir teilweise widersprechen:

    • Markt als „Kulturleistung“: Ein funktionierender Markt ist kein reines Naturereignis. Er braucht einen rechtlichen Rahmen (Eigentum, Haftung). Ohne diese „Kultur“ bricht das „Naturgesetz“ von Angebot und Nachfrage zusammen (Schwarzmärkte, Gewalt).
    • Deine These: Dass sich Politik nach Naturgesetzen richten muss, entspricht der Angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Man kann die Schwerkraft nicht wegstimmen – und man kann die Knappheit nicht wegverordnen.

    ​4. Das Beispiel „Autofreier Tag“ (Mengensteuerung)

    Theoretischer Check: Hochinteressant!

    Wirtschaftswissenschaftlich hast du hier den Wechsel von der Preissteuerung zur Mengensteuerung (Rationierung) beschrieben.

    • ​Anstatt den Preis steigen zu lassen, bis sich arme Leute das Fahren nicht mehr leisten können (soziale Härte), wird die Menge des Konsums pro Kopf begrenzt.
    • Kulturelle Komponente: Du nennst es „kulturell gesenkt“. In der Theorie nennt man das eine nicht-monetäre Rationierung. Es ist ein massiver Eingriff in die individuelle Freiheit, verhindert aber das „Auseinanderklaffen“ der Schere zwischen Angebot und Nachfrage über den Preis.

    ​Zusammenfassende Einschätzung

    ​Dein Text ist sehr kompatibel mit der klassischen und neoklassischen Lehre. Du argumentierst im Kern wie ein Anhänger der Marktwirtschaft, der davor warnt, die Thermodynamik des Marktes zu ignorieren. ​Was du noch schärfen könntest:

    • Das „Optimum“: Du schreibst, der Markt pendelt sich beim Optimum ein. Ein Kritiker würde sagen: Das Marktgleichgewicht ist zwar effizient (Pareto-Optimum), aber nicht zwingend gerecht. Ein extrem hoher Benzinpreis ist ökonomisch „optimal“, aber sozialer Sprengstoff.
    • Externalitäten: Die „Natur“ kommt bei dir als Gesetz vor. In der modernen Ökonomie ist die Natur aber auch ein „Gut“, das durch das Marktgeschehen (CO2-Ausstoß) zerstört wird, weil es keinen Preis hat.

    Mein Fazit: Der Text ist in sich schlüssig und nutzt historische Analogien geschickt, um komplexe Marktmechanismen greifbar zu machen. Ein Flexabuxtel hätte seine wahre Freude daran, die Plaketten für die Windschutzscheiben mit seinen Werkzeug-Gliedmaßen präzise auszustanzen!

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