Vom Werden und vom Vergehen

Im zehnten „kleinen religiösen Büchlein“ mit dem Titel „Vom Leben“ wird es auch ein Kapitel über „Werden und Vergehen“ geben, welches ich im Entwurf hier abdrucke.

Liebe Grüße
Christoph

Vom Werden und vom Vergehen

Vom Werden des Menschen

Wir haben gesehen, dass das Werden eines Menschen eine Koo­pe­ra­tion ist zwischen Gott und den Menschen.

Die Eltern bereiten die notwendigen Voraussetzungen für das Leben – letzten Endes die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, aber auch ein „Nest, in dem das Kind dann heranwachsen und reifen soll“, eine Familie.

Gott erschafft den neuen Menschen aus dem Urgrund, indem er „ein Loch in das Nichts reisst“ (bildlich gesprochen) und „daraus eine menschliche Seele formt“.

Wann Gott das tut, das wissen wir nicht. Weshalb auch alle Vorsicht im Umgang mit einer befruchteten Eizelle geboten ist, es KÖNNTE sich schon um ein menschliches Wesen handeln.

Und nun wächst der Mensch.

Sein Körper formt sich und bildet sich heraus, indem er – zuerst von der Mutter, dann von der gesamten Umwelt – Energie und Materie aufnimmt, aber auch Information.

Er erlernt Fähigkeiten und Sinne, indem er seine Umwelt erforscht – das ist zunächst nur die Gebärmutter, später seine Wiege, seine Mitmenschen und schließlich die gesamte Wohnung.

Er meditiert über seine Erfahrungen und baut die gewonnenen Erkenntnisse in sein „Modell im Geist“ ein, das ihm hilft, seine Umwelt zu verstehen.

Er erweitert sein „Modell im Geist“, indem er mit Menschen redet und indem er liest und fernsieht.

Der Radius seiner Umwelt dehnt sich aus, solange bis er zuletzt mit dem gesamten Universum Kontakt aufnimmt.

Er begreift das Universum mit seinen Sinnen und Fähigkeiten und er lernt, das Universum mit seinem Geist zu verstehen.

Hoffentlich nützt er seine Möglichkeit, mit Gott Kontakt aufzu­neh­men (meditieren kann er schon, sonst wäre er zu KEINER Erkennt­nis fähig).

Alle seine Gedanken, Worte und Werke sind „Dinge an sich“, wie Immanuel Kant gesagt hätte, und werden somit Teil seiner Seele.

Bildlich gesprochen werden sie als „Muster von Löchern im Nichts“ sozusagen im „Großen Archiv Gottes“ als Teil der Seele aufbewahrt.

Während der Mensch wächst, gewinnt seine Seele an Tiefe und Struktur. Bildlich gesprochen wird das „Loch im Nichts“ immer tiefer und strukturierter.

Wenn Gott es will, bleiben alle diese „Löcher im Nichts“ bestehen, auch falls der Mensch stirbt.

Wenn Gott es nicht will, fällt ALLES zurück ins NICHTS. Das Archiv wäre gelöscht – bildlich gesprochen.

Vom Vergehen der Dinge

Was passiert nun, wenn mir der berühmte „Stein auf den Schädel fliegt“ und ich daran sterbe?

Kann ein niedrigeres Wesen ein höheres Wesen „vernichten“?

Mitnichten.

Der Stein hat die „Fähigkeit“, meinen Körper derart zu „beein­flus­sen“, dass dieser nicht mehr leben kann. Diese „Möglich­keit“ bietet mein Körper dem Stein. Wenn ich einen Körper hätte, der dem Stein diese Möglichkeit nicht bietet, dann könnte mich der Stein nicht töten.

Jemand – sagen wir einmal „das Schicksal“ – „entscheidet“, den Stein zu „benützen“, um mich zu töten.

Mein Körper wird vom Stein derartig beeinflusst, dass er nicht mehr leben kann. Nun wird meinem Selbstbewusstsein (meinem Geist) die Grundlage entzogen.

Ich beharre auf diesem feinen Unterschied: es ist nicht der Stein, der meinen Geist umbringt, sondern das Fehlen des lebendigen Körpers ist es, das dem Geist und dem Bewußtsein die Grundlage entzieht.

Letzten Endes sind mein Geist und mein Körper nicht mehr für andere Menschen erkenn­bar.

Der Körper verwest im Boden.

Der Geist kann längere Zeit erkennbar bleiben, falls ich zum Beispiel Bücher geschrieben habe.

Aber „irgendwann“ wird auch das vergangen sein.

Wird meine Seele aus dem „Archiv Gottes“ gelöscht (bildlich ge­spro­chen)?

Nachdem die Seele die unterste Schicht ist, ist sie nicht abhängig vom Körper. Sie kann ewig bestehen, auch wenn ich es nicht mit­bekomme.

Mit unserem Modell der Schicht „-1“ haben wir ein Bild – und es ist nur ein Bild –, mit dem wir zumindest einen Anhaltspunkt haben, die Auferstehung am jüngsten Tag nicht für unmöglich zu halten.

Mehr dazu später.

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