Was will ich eigentlich?

In dieser Reihe beschäftige ich mich mit dem „Vater unser“.

Diesmal geht es um den Satz

Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden

Aber wie treffen wir eigentlich Entscheidungen?

Ist es nicht eigentlich so, dass die „Entscheidung mich trifft“, und nicht „ich sie“?

Da wägen wir eine Frage lange ab, beleuchten sie von hinten und vorne, von allen Seiten, wir fragen gute Freunde, wir fragen unseren Partner, eventuell fragen wir sogar unsere Kinder, aber letzten Endes ist es doch so, dass wir auf diesen Moment warten, wo einfach klar ist, was man tun sollte (bzw. was man unterlassen sollte).

Und diese Entscheidung wird eigentlich im Innersten unseres Herzens getroffen, nämlich dort, wo laut Überlieferung „der Teufel keinen Zutritt hat“.

Wie kommen dann aber schlechte Entscheidungen zustande?

Das passiert immer dann, wenn man „an der Oberfläche bleibt“, wenn man „sich von den Umständen beeinflussen läßt“, wenn man „anderen blind vertraut“.

Meint
Euer Christoph

7 Responses to Was will ich eigentlich?

  1. Pink Panther sagt:

    Ist Enstcheidung gleich Wille? Was ist Motivation? Was sind „schlechte“ Entscheidungen? Wer und vor allem wann beurteilt das? Oft Außenstehde, aber typischerweise fast immer im Nachhinein, dann wenn man schon weiß, welche Konsequenzen eine Entscheidung tatsächlich hatte (wenn ich es vorher gewußt hätte, wäre ich wohl nicht so blöd gewesen, „falsch“ zu entscheiden).

    Um auf das Thema zurückzukommen, wie hängt jetzt der Wille – vielleicht ist das die „Volition“ in der Motiavtionstheorie – mit konkreten Entscheidungen zusammen? Und nicht zuletzt drängt sich bei diesem Satz aus dem Vater unser schon wieder einmal die Frage nach der Freiheit des freien Willen des Menschen auf. Beschränkt sich meine Willensfreiheit demnach auf die einmalige Festlegung für, gegen oder ohne Gott („Dein Wille geschehe“ oder eben nicht oder ist mir egal)? Warum sollte ich ausgerechnet diesem Willen Gottes dann doch blind vertrauen?

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    @Yeti: guter Text!

    …..und ich treffe keine Entscheidung….oder doch?

    Eigentlich habe ich längst eine Entscheidung getroffen: Kommt ein Zug aus purem Gold am Bahnhof von Attnang-Puchheim vorbei, werde ich einsteigen. Das ist geklärt.

    Nur kommt der Zug nicht, und ich warte und warte und warte….

    …..und entdecke langsam die Eigenheiten des Bahnhofsgebäudes (sollte man sagen: die Schönheiten?) da: der Besoffene, der jeden Morgen um genau viertel Acht mit seinem Hund vorbeiwackelt. Hinten: die bewaldeten hügel, schon in einiger Entfernung.

    Und da, direkt vor mir: die Böschung, und die Disteln, die, weil sie den Geleisen nicht in den Weg kommen, vor sich hin wachsen….

    LG KNI

  3. Yeti sagt:

    @PinkPanther:
    Ich möchte zwei Deiner Gedanken aufgreifen
    1) Wann ist eine Entscheidung gut?
    2) Was ist der Wille Gottes?

    ad 1)

    Einerseits kannst Du im Moment einer Entscheidung feststellen, ob Du bei dieser Entscheidung „ein gutes Gefühl hast“.

    Zweitens kann man sagen: „an ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen“.

    So kann man mit Sicherheit feststellen, dass im Rahmen des Nationalsozialismus viele falsche Entscheidungen getroffen worden sind (von wem auch immer, und wann auch immer), denn die Folgen waren unendliches Leid und ein Weltkrieg. Punctum.

    Ob Du während einer Entscheidung und nach der Entscheidung mit dieser zufrieden bist, das sagt Dir Dein Gewissen. Das Gewissen ist die Instanz über Gut und Böse.

    ad 2)

    Ich bin mir sicher: wenn Du eine Entscheidung im tiefsten inneren Deines Herzens triffst, und Dich dabei nicht von äußeren Einflüssen ablenken läßt, dann ist diese Entscheidung im Einklang mit dem Willen Gottes.

    Meint
    Euer Christoph

  4. Yeti sagt:

    @KNI:

    Du triffst in jeder Sekunde Deines Lebens Entscheidungen.

    Und, wie Du so schön sagst. Es kann auch eine Entscheidung sein, einfach nur zu verharren…………

  5. Kardinal Novize Igor sagt:

    Hm, das ist es ja eben!

    Wie oft bin ich in „Entscheidungs-Automatismen“ drin, ohne es zu merken oder zu wollen?

    Einerseits ist dieses „zwischen den Zeilen Leben“ sicher nicht nur oder immer schlecht, aber sollte man sich nicht einmal, irgendwann, so richtig in das Getümmel schwerwiegenderer Entscheidungen stürzen?

    LG KNI

  6. Yeti sagt:

    Ja, genau das meine ich. Wenn Du Dich fragst „Sollte man…..?“ dann bleibst Du an der Oberfläche haften, weil Du Dich ja doch nur fragst, was Du „solltest“, was also „jemand anderer von Dir erwartet“.

    Die Frage ist aber nicht, was „jemand anderer von Dir erwartet“ (und sei es Gott), sondern „was Dir Freude bereiten würde“.

    Meint
    Euer Christoph

  7. Pink Panther sagt:

    ist zwar in diesem Thread total off topic, aber weil ich einen Hinweis auf einen interessanten Artikel gefunden habe:
    http://diepresse.com/home/presseamsonntag/1379827/Zufall-ist-wo-Gott-inkognito-agiert
    🙂

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